DER SWARM DOG FUTTER-GUIDE

Richtig füttern will gelernt sein, damit dein Hund genau das bekommt, was er braucht!

Liebe geht durch den Magen: Wie füttere ich meinen Hund richtig?

Die optimale Fütterung ist eine Wissenschaft für sich, in die viele Aspekte deines Hundes und seines Alltags einfließen. Das Gute ist aber: Viele dieser Punkte lassen sich anhand einfacher Faktoren berücksichtigen. Grundlegend geht es darum, den Energiebedarf deines Hundes zu ermitteln, um daraus die optimale Futtermenge abzuleiten. Der Energiebedarf hängt dabei vor allem davon ab, wie fit und aktiv dein Hund ist, aber auch von einigen anderen Aspekten wie z.B. ob dein Hund sterilisiert bzw. kastriert ist.

Der folgende Text erklärt dir die Hintergründe einer optimalen Fütterung. Um das Ganze für dich zu vereinfachen, kannst du auch einfach unseren Futterrechner benutzen.

Das richtige Futter: Was braucht mein Hund? 

Hunde gehören zu den Allesfressern (Omnivoren) und decken ihren Bedarf an Nährstoffen durch eine Mischung aus pflanzlichen und tierischen Quellen – wie Menschen. Sowohl die Zahnstruktur als auch der Verdauungstrakt von Hunden sind auf eine omnivore Ernährung optimiert. Deine Fellnase benötigt einen ausgewogenen Mix aus Proteinen, Kohlenhydraten, Fetten, Mineralien und Vitaminen sowie ausreichend frisches Wasser.

Dabei ist es wichtig, dass die Nährstoffe gut verdaulich sind und in ausreichender Menge vorliegen. So benötigen Hunde beispielsweise mehr essenzielle Aminosäuren (die Bausteine der Proteine) als Menschen. Daher sollte auf die richtige Proteinquelle geachtet werden. Hier ist die Wahl des richtigen Alleinfutters entscheidend, denn es muss alles abdecken, was der Hund braucht, um gesund und vital zu leben.

Es ist wichtig zu beachten, dass Hunde keine Menschen sind! Während wir immer auf der Suche nach der nächsten kulinarischen Offenbarung sind, ist für Hunde Beständigkeit in der Ernährung wichtig. Natürlich muss es unseren vierbeinigen Freunden schmecken, aber die Verdauung der Hunde kann es einem übel nehmen, wenn man zu schnell und zu häufig das Futter umstellt. Die Darmflora der Tiere braucht Zeit, um sich an ein neues Futter zu gewöhnen. Ansonsten winkt einem ein wahrer Shit Storm 💩 🌪

Aus diesem Grund sollte die Futterumstellung über mehrere Tage geschehen. Wir empfehlen dir, das neue Futter (neben dem aktuellen Futter) auf einem separaten Teller bereitzustellen und erstmal mit einer kleinen Menge zu starten. Damit verwirrst du deinen Hund nicht, weil sein „gewohntes“ Futter plötzlich anders riecht und schmeckt. So kann er sich an den neuen Geruch gewöhnen und das Futter erstmal gründlich beschnuppern. Keine Sorge: Es ist nicht ungewöhnlich, wenn dein Hund das Futter die ersten Tage ignoriert oder nur ein wenig snackt. Die nächsten Tage kannst du dann die Menge des neuen Futters erhöhen und die Menge des alten reduzieren, bis du schließlich nur noch das neue Futter fütterst.

Mit dem langsamen Vorgehen gibst du deinem Hund genug Zeit, das neue Futter kennen und lieben zu lernen – und reduzierst gleichzeitig das Risiko für Durchfall. Win win! 😉

Die richtige Futtermenge: Wie viel soll ich meinem Hund füttern?

Die optimale Menge des Futters hängt leider nicht davon ab, wie süß dein Hund guckt, sondern von seiner Körperstatur, seinem Aktivitätslevel, Alter und einigen weiteren Aspekten. Übergewicht ist ein immer größeres Problem bei Hunden. Mit Übergewicht gehen auch bei Tieren viele Krankheiten wie beispielsweise Diabetes einher, daher liegt uns dieses Thema sehr am Herzen. Auf Leckerlies muss nicht verzichtet werden, aber du solltest sie bei der Futtermenge berücksichtigen.

Der Grundumsatz: Was braucht mein Hund zum Überleben?

Hier wird es etwas technischer, aber keine Angst, wir zeigen dir, wie du einfach die richtige Futtermenge ermitteln kannst. Zunächst bestimmen wir den Grundumsatz deines Hundes, also den Energiebedarf, den dein Hund braucht, um sein aktuelles Gewicht zu halten – ohne weitere Aktivität wie Gassi gehen oder ähnliches. Mit anderen Worten: Die Energie, die er zum Überleben braucht (z.B. für die Aufrechterhaltung der Körpertemperatur). Hierzu nutzt man die folgende Formel, die auf dem Körpergewicht des Hundes in kg basiert:

Grundumsatz (in kcal) = 70 x (Körpergewicht 0,75).

Der Wert in der Klammer wird auch „metabolische Körpermasse“ genannt. Man benutzt diesen Wert, da kleine und große Hunde unterschiedliche Energieanforderungen haben und der Energiebedarf nicht linear mit dem Gewicht steigt.

Gemäß dieser Formel hat ein 15 kg schwerer Hund einen Grundumsatz von 534 kcal pro Tag (= 70 x (150,75)). Hiermit kannst du jetzt die Futtermenge in Gramm berechnen. Wenn du SWARM Dog Premium Sensitiv fütterst, beträgt der Energiegehalt 340 kcal pro 100 g. Genauer gesagt handelt es sich um den metabolisierenden Energiegehalt, also die von deinem Hund wirklich umsetzbare Energie. Unser Beispielhund benötigt also 157 g Futter (= 534 kcal / 340 kcal x 100 g), nur um seinen Grundumsatz zu stillen.

Dieser Energiebedarf berücksichtigt aber noch nicht, wie fit dein Hund ist. Ist er eher eine Schlafmütze, braucht er auch nicht viel mehr. Kann der Ball hingegen gar nicht oft genug durch die Luft fliegen, muss noch etwas mehr in den Napf. Im Extremfall arbeitet der Hund z.B. als Hüte- oder Polizeihund und verbraucht nochmal extra viele Kalorien im täglichen Einsatz.

Das Aktivitätslevel: Wie fit und agil ist mein Hund?

Die unterschiedlichen Aktivitätslevel führen zu einer Erhöhung des Grundumsatzes. Wie stark, kannst du in der folgenden Tabelle ablesen. Eine Couch-Potato hat hier einen geringen Aktivitätsgrad, während ein Workaholic ordentlich draufschlagen muss. Du kannst am besten einschätzen, wie fit dein Hund ist.

Typ

Aktivitätslevel

Faktor

Schlafmütze: Schläft gerne auch tagsüber und ist froh, wenn Gassi gehen nur den Weg bis zur nächsten Straßenecke bedeutet

Gering

(weniger als 1 Std. pro Tag an der Leine Gassi gehen)

1,4

Entdecker: Liebt es, länger spazieren zu gehen und die Welt zu erkunden

Moderat

(1 bis 3 Stunden pro Tag mit geringer Belastung)

1,6

Wirbelwind: „Hör auf zu lesen und wirf endlich den Ball, damit’s weiter geht“ 😉

Moderat

(1 bis 3 Std. pro Tag mit hoher Belastung)

1,8

Workaholic: Ist täglich im Einsatz und muss hohe Belastungen aushalten – z.B. um Leben zu retten.

Hoch

(Arbeitshunde)

2,3

Quelle: Nach fediaf (2018).

 

Wenn dein Hund also zu den Wirbelwinden gehört, gerne und ausgiebig spielt und sich verausgabt, ist sein Grundumsatz ca. 1,8-mal so hoch, als würde er nur liegen. In unserem Beispiel eines 15 kg-schweren Hundes bedeutet dies: 534 kcal Grundumsatz x 1,8 = 838 kcal pro Tag bzw. als Futtermenge von SWARM Dog Premium Sensitiv 283 g (= 157 g x 1,8).

Weitere Faktoren, die die Futtermenge beeinflussen

Sterilisation und Kastration: „Sterilisation macht Hunde dick!“ Naja, so ganz stimmt das nicht. Eine nicht angepasste Fütterung macht die Tiere dick. Die Sterilisation bzw. Kastration führt zu einer Veränderung im Hormonspiegel der Hunde und sorgt für eine Abnahme der Sexualhormone Östrogen und Androgen. Dies wiederum führt dazu, dass der Stoffwechsel und damit der Grundumsatz sinken. Somit hat der Hund einfach einen geringeren Energiebedarf. Gleichzeitig kann der Appetit des Hundes steigen, da die Hormone Auswirkungen auf das Sättigungsgefühl haben. Wenn du diese Faktoren nicht in der Futtermenge berücksichtigst, wird dein Hund an Gewicht zulegen. Daher ist der Energiebedarf eines sterilisierten bzw. kastrierten Hundes ca. 10 % geringer als der eines intakten (nicht sterilisierten/kastrierten) Hundes. Bisher sind wir von intakten Hunden ausgegangen. Sollte dein Hund sterilisiert oder kastriert sein, multiplizierst du den Kalorienbedarf einfach mit 0,9.

Alter: Neben der Aktivität deines Hundes stellt sein Alter den wohl größten Einfluss auf den Energiebedarf dar. Junge Hunde brauchen mehr Energie als ältere, gesetztere Tiere. Das Alter wirkt sich insbesondere auf das Aktivitätslevel aus, so dass ältere Tiere in der Regel weniger lange spazieren gehen und nicht mehr so wild spielen. Daher kannst du weiterhin den Energiebedarf über die Aktivitäts-Tabelle oben bestimmen, oder du nimmst alternativ die folgenden Richtwerte:

Alter

Faktor

1 bis 2 Jahre

1,9

3 bis 7 Jahre

1,6

Ab 7 Jahren

1,4

Quelle: Nach fediaf (2018).

 

Ist unser 15 kg schwerer Beispielhund also 6 Jahre alt, so benötigt er 251 g Futter pro Tag (wir gehen also nicht über das Aktivitätsniveau, sondern nur über das Alter). Hier wird also pauschal der gleiche Wert zu Grunde gelegt, wie bei der Aktivitätsklasse „Entdecker“ mit einem moderaten Aktivitätslevel. Letztlich ist der Effekt des Alters sehr individuell, so dass du mit einer Einschätzung des Aktivitätslevels zu einer besseren Einschätzung kommst. Schließlich gibt es auch rüstige Rentner in der Hundewelt, die auch weiterhin jedem Ball nachjagen 😉

Hunderasse: Manche Hunderassen haben einen verringerten Energiebedarf, andere wiederum brauchen schon beim Grundumsatz mehr. Der Effekt ist bei den meisten Hunderassen jedoch weniger wichtig als das Körpergewicht und Aktivitätslevel (Bermingham et al. 2014). Häufig werden lediglich für Deutsche Doggen, Terrier und Neufundländer abweichende Werte angegeben, da sich diese Tiere deutlich vom Durchschnitt unterscheiden als die anderen Hunderassen. So verbrauchen Deutsche Doggen und Terrier überdurchschnittlich viel Energie und sollten ca. 1,5 mal so viel Futter erhalten, während Neufundländer nur 0,8 mal so viel Futter brauchen (NRC 2006). Hier solltest du im Zweifel mit deinem Züchter oder Tierarzt sprechen, da diese Werte stark vom Temperament und der Lebensweise der Hunde abhängen.

Leckerlies: Leckerlies sind ein zweischneidiges Schwert. Wir wollen unsere Fellnase belohnen, aber sie auch nicht mit überflüssigen Kalorien vollstopfen. Als Faustregel gilt: Der Anteil an Energie aus Leckerlies sollte maximal 10 % der gesamten Futterenergie betragen. So stellst du sicher, dass du deinen Hund nicht überfütterst. Leider ist es ziemlich schwer, an den Energiegehalt von Leckerlies zu kommen. Ein grober Richtwert für Leckerlies stellt 450 kcal pro 100 g dar. Um die richtige Menge an Futter und Leckerlies zu bestimmen, nimmst du also den Energiebedarf deines Hundes (z.B. 838 kcal pro Tag) und teilst ihn zu 90 % auf das Futter (838 kcal x 0,9 = 754 kcal) und zu 10 % (= 84 kcal) auf Leckerlies auf. Wenn du nun diese beiden Werte durch den Energiegehalt der jeweiligen Nahrungsmittel teilst, hast du die entsprechenden Mengen. Im Beispiel: 754 kcal / 340 kcal x 100 g = 221 g Futter und 84 kcal / 450 kcal x 100 g = 19 g Leckerlies.

Die richtige Futterumgebung: Wie füttere ich meinen Hund richtig?

Zum Abschluss noch ein Hinweis auf die richtige Art zu füttern. Du solltest deinen Hund beim Essen nicht stressen und das Futter nicht als Machtdemonstration einsetzen. Oft hört man Tipps, dass man dem Hund das Futter wegnehmen soll, um zu zeigen „wer hier der Boss ist“. Das stresst deinen Hund nur unnötig und er lernt schnell, das Futter herunterzuschlingen, bevor es weggenommen wird. Hunde, die hastig fressen, können sich leicht verschlucken und das Futter gelangt schnell auf den Boden. Das ist für keinen schön. Am besten frisst dein Hund an einem ungestörten Ort, wo er sich Zeit lassen kann. Grundsätzlich reicht es, einen Hund einmal pro Tag zu füttern. Bestenfalls immer zur gleichen Zeit. Wenn deine Fellnase sehr groß ist und damit viel Futter pro Tag benötigt, solltest du die Futtermenge auf zwei oder mehr Mahlzeiten aufteilen, um den Magen deines Hundes nicht zu überlasten. Wichtig ist hier, dass du die Gesamtfuttermenge einhältst. Oft verleitet einen das Aufteilen dazu, mehr zu füttern, da die Einzelportionen so klein aussehen.

Ebenso wichtig wie ausreichend Futter ist es, immer genügend frisches Wasser bereitzustellen. Gerade bei der Fütterung von Trockenfutter sollte der Hund immer Zugang zu genügend Trinkwasser haben. Als Faustregel sollte ca. 0,1 l Wasser pro kg Körpergewicht bereitgestellt werden. Für unseren Beispielhund von 15 kg wären das 1,5 l. Das Wasser sollte mindestens einmal täglich gewechselt werden. Du kannst das Futter auch mit etwas Wasser weicher machen. Das hilft gerade älteren Hunden beim fressen.

Futterrechner: Die optimale Futtermenge einfach ermitteln

Das waren jetzt ganz schön viel Infos auf einmal. Um dir die Berechnung der richtigen Futtermenge zu erleichtern, bieten wir dir kostenlos unseren Futterrechner an. Dort gibst du einfach die Angaben deines Hundes ein und wir berechnen dir die richtige Futtermenge für deinen Hund.

Hier gelangst du zum Futterrechner

 

Quellen:

Bermingham, E.N., D.G. Thomas, N.J. Cave, P.J. Morris, R.F. Butterwick, A.J. German (2014): Energy Requirements of Adult Dogs: A Meta-Analysis. PLOS One, 9(19):e109681.

fediaf (2018): Richtlinien für Allein- und Ergänzungsfuttermittel für Katzen und Hunde.

NRC (2006): Nutrient Requirements of Dogs and Cats. National Research Council. National Academies Press, Washington, DC.

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