Insekten sind eine nachhaltige Fleischalternative: Sie brauchen weniger Futter, Land und Wasser und verursachen kaum Treibhausgase

In Deutschland leben über 10 Millionen Hunde – Tendenz stark steigend. Hunde haben einen positiven Effekt auf uns Menschen, da sie helfen uns, Stress zu bewältigen und uns zu mehr Aktivität verleiten, was sich positiv auf unsere Gesundheit auswirkt. Hunde sind einfach ein Familienmitglied geworden.

Mit steigender Hundeanzahl nimmt jedoch auch der Verbrauch von Fleisch stark zu. Hinzu kommt der Trend, dass Premium-Futter einen höheren Anteil an Protein aus der Viehhaltung hat als Standard-Futter. Die bisherige Viehhaltung (Rinder, Schweine, Hühner etc.) gefährdet die Biodiversität, benötigt enorme Ressourcen an Futtermitteln, Land und Wasser und verursacht mehr Treibhausgase als der globale Transportsektor. Dabei macht Viehhaltung bereits 20 % der gesamten Landtiermasse aus und verbraucht 30 % der gesamten eisfreien Landmasse sowie 70 % der Landwirtschaftsfläche. Vieh verursacht zudem bis zu 18 % aller durch den Menschen ausgeschütteten Treibhausgase. Im Landwirtschaftssektor allein macht Viehhaltung ca. 80 % aller Emissionen aus.

Wir wollen unseren Hunden also etwas Gutes tun, verbrauchen dabei jedoch Unmengen an natürlichen Ressourcen. So verursachen Hunde schon jetzt knapp 20 % der Umwelteinflüsse der Viehhaltung, insbesondere der Produktion von Treibhausgasen sowie  dem massiven Wasser- und Landverbrauch.

Im Gegensatz dazu benötigen Insekten wesentlich weniger Land und Wasser und verursachen nur einen Bruchteil der Treibhausgase. Dies kommt daher, dass sie wechselwarm sind, so dass sie keine Energie für die Aufrechterhaltung ihrer Körpertemperatur verwenden müssen. Somit können sie die aus dem Futter gewonnene Energie in Massewachstum stecken. Rinder, Schweine und Geflügel hingegen sind gleichwarm und müssen einen großen Teil der Futterenergie nutzen, um eine konstante Körpertemperatur aufrechtzuerhalten. Somit benötigen Insekten viel weniger Futter pro Kilogramm Masse. Wir müssen also wesentlich weniger unserer natürlichen Ressourcen verwenden, um unsere Fellnasen mit hochwertigem Protein zu versorgen. 

 

Weitere Infos

FAO (2006): Livestock’s Long Shadow: Environmental Issues and Options. Food and Agriculture Organization of the United Nations. Rome, 2006.

FAO (2013): Edible Insects: Future Prospects for Food and Feed Security. Food and Agriculture Organization of the United Nations. Rome, 2013.

Okin, G. S. (2017): Environmental impacts of food consumption by dogs and cats. PLoS ONE, 12(8): e0181301.

Oonincx, D. G. A. B., S. van Broekhoven, A. van Huis, J. J. A. van Loon (2015): Feed Conversion, Survival and Development, and Composition of Four Insect Species on Diets Composed of Food By-Products. PLoS One, 10(12): e0144601.

Salmone, R., G. Saija, G. Mondello, A. Gianetto, S. Fasulo, D. Savastano (2017): Environmental impact of food waste bioconversion by insects: Application of Live Cycle Assessment to process using Hermetia illucens. Journal of Cleaner Production, 140(2), pp. 890-905.